„ Die Rücklagen der Krankenkassen sind so anzulegen, dass ein Verlust ausgeschlossen erscheint.“

So steht es in § 80 des Vierten Sozialgesetzbuchs (SGB IV). Mehr als ein Dutzend Kassen und Kassenärztliche Vereinigungen sollen jetzt allerdings mit Millionenverlusten zu kämpfen haben. Kassen und Kassenärztliche Vereinigungen sollen Beitragsgeld über den Verius-Fond verloren haben. Aufgelegt wurde er in Luxemburg, beratend von der Verius Capital aus dem Schweizer Zug. Rund 1,2 Milliarden Euros stehen im Feuer. Das Kapital reichte der Fonds als hochverzinste, nachrangige Darlehen an Projektentwickung weiter, so beschreibt das Handelsblatt dieses Investment. Nachrangig heißt: Geht ein Bauträger pleite, wird zuerst die Bank bedient. Der Fonds steht ganz hinten in der Schlange – Totalausfälle sind demnach möglich.

Ähnlich wie bei den Immobilieninvestitionen der BVK ist die Finanzstruktur komplex: Zwischen Kasse und Fonds lag eine weitere Ebene. Die Kassen kauften keine Fondsanteile, sondern Anleihen – Wertpapiere. Herausgegeben hat sie die Securo Pro Lux, eine Luxemburger Verbriefungsgesellschaft. Sie sammelte das Kapital ein und reichte es an den Verius Fonds weiter. Notiert waren die Papiere an der Börse Stuttgart, die Ratingagentur Creditreform gab ihnen die Note BBB-.

In dem Börsenprospekt wird das Risiko eines Verlustes des gesamten eingesetzten Kapitals erwähnt.

Die Gesellschaft unterliege nicht der Aufsicht der Luxemburger Behörde CSSF, weil sie ihre Papiere nicht laufend an die Öffentlichkeit ausgebe. „Mangels aufsichtsrechtlicher Kontrolle“, warnt der Prospekt, könnten Unregelmäßigkeiten langsamer auffallen.

Verantwortlich für den Inhalt des Prospektes sind zwei Parteien: die Luxemburger Gesellschaft selbst und die Hauck & Aufhäuser.Verwaltungsräte von Securo Pro Lux waren laut Prospekt zugleich bei Hauck & Aufhäuser beschäftigt.

Auseinanderhalten muss man zwei Gesellschaften: die Bank mit Münchner Wurzeln, heute Hauck & Aufhäuser Lampe und die Luxemburger Fondsgesellschaft Hauck & Aufhäuser Fund Services. Sie verwaltete den Verius Fonds.

Diese Gesellschaft taucht dem Skandal um die BVK auf, die die Altersvorsorge von fast 3 Millionen Menschen verwaltet und in den USA mit einem Immobilien-Desaster Schlagzeilen machte.