Stellungnahme von Rechtsanwalt und Fachanwalt Dr. Greger zu den Verlusten bei der Bayerischen Versorgungskammer.

Die bislang öffentlich bekannten Zahlen zu den Verlusten bei der Bayerischen Versorgungskammer sind aus unserer Sicht sehr besorgniserregend. Nach den derzeit bekannten Informationen wurden bereits Verluste in dreistelliger Millionenhöhe realisiert. Es ist von einem Gesamtschaden von knapp 700 Millionen Euro die Rede und von Investments die einem Risiko unterliegen von 1,6 Mrd Euro. Nach allem, was uns aus Gesprächen und Recherchen vorliegt, gehen wir davon aus, dass auch noch höhere Verluste drohen könnten. Hintergrund ist, dass offenbar weitere erhebliche Vermögenswerte der BVK in riskante Investmentfonds investiert wurden, deren tatsächliches Risikoprofil für Außenstehende – und offenbar auch für die Versicherten – wenig transparent war.

Besonders alarmierend ist für mich, dass es sich bei diesen Fonds um Konstruktionen handelt, vor denen ich bereits vor vielen Jahren in anderem Zusammenhang ausdrücklich gewarnt habe. Es handelt sich um komplexe und wenig transparente Beteiligungsmodelle. Nach den mir vorliegenden Informationen bestand zudem ein auffälliges Näheverhältnis zwischen bestimmten Fondanbietern und der BVK. Unter Compliance-Gesichtspunkten ist ein solches Näheverhältnis äußerst bedenklich und wirft erhebliche Fragen nach der Unabhängigkeit von Entscheidungsprozessen, Kontrollmechanismen und internen Prüfungen auf. Besonders kritisch erscheint mir zudem, dass für wohl die BVK offenbar spezielle Fondskonstruktionen in Form von Dachfonds (Clubdeals) und Zielfonds geschaffen wurden. Für eine Institution, die treuhänderisch die Altersvorsorge von Millionen Menschen verwaltet, ist ein solches Vorgehen nicht akzeptabel. Als Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht und zugleich selbst betroffener Versicherter halte ich eine vollständige, unabhängige und transparente Aufklärung für zwingend erforderlich. Die Versicherten haben ein Recht darauf zu erfahren, wo ihr Geld investiert wurde, welche Risiken eingegangen wurden und wer dafür die Verantwortung trägt. Genau aus diesem Grund habe ich mich zusammen mit meinem Kollegen Rechtsanwalt Peter Mattil entschlossen die IG Versorgungswerke gegründet. Unser Ziel ist es, Informationen zu bündeln, Sachverhalte aufzuklären, Schadenersatz zu erhalten und langfristig dafür zu sorgen, dass die Versicherten künftig besser geschützt werden.

Dr. Greger

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht